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| Zürcher Wappenrolle |
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Die im Ausschnitt abgebildeten Wappen Römisches Reich Deutscher NationIn Gold ein rotbewehrter schwarzer Adler. Helmzier: Zwei weisse Büffelhömer mit einem roten, mit weissen Lindenzweigen belegten Kamm. Königreich FrankreichBlau mit goldenen Lilien besät. Helmzier: Goldene Gleve vor einem Pfauenfedernbusch. Die ursprünglich schwankende Anzahl der Lilien wurde von Karl V. (1338–1380) an auf drei beschränkt, die später als Bourbonen-Lilien bekannt wurden. Königreich BöhmenIn Rot ein schwarzbewehrter, goldgekrönter silberner Löwe mit doppeltem Schwanz. Helmzier: Ein schwarzer Flügel, unter den Schwingen eine Doppelreihe goldener Lindenblätter. Der Wappenschild ist das heutige tschechische Wappen. Grafen von BregenzIn Kürsch ein Hermelinpfahl. Helmzier: Eine Pelzmütze mit sechs Pfquenspiegeln besteckt. Die Pelzwerke Kürsch und Hermelin sind in unsern Gegenden seltene Tinkturen. Dieses Wappen wurde 1539 der Stadt Bregenz verliehen; ob es dasjenige der Grafen war, ist nicht sicher. Grafen von WerdenbergIn Silber eine schwarze Kirchenfahne. Helmzier: Ein goldener Flügel. Graf Hugo I. von Werdenberg änderte 1277 die Farben des ursprünglich mit dem folgenden identischen Wappens nach den Farben des HeiIigenberger Wappens. Grafen von MontfortIn Gold eine rote Kirchenfahne. Helmzier: Ein Schirmbrett mit einem mit Pfauenspiegeln besteckten weissen Kamm, auf dem Schirmbrett das wiederholte Schildbild. Die Kirchenfahne ist ursprünglich das Wappenbild er Pfalzgrafen von Tübingen, deren Nachkommen, die Montforter mit ihren vielen Linien, es in verschiedenen Tinkturen führten. Die Montforter Kirchenfahne – in den österreichischen Farben Rot in Silber – ist seit 1918 das Wappen des Bundeslandes Vorarlberg.
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Die Zürcher Wappenrolle wurde um 1335/1345 von einem unbekannten Maler angefertigt. Der Ursprungsort ist nicht bekannt. Sie dürfte jedoch in Konstanz oder St. Gallen entstanden sein. Unvermittelt tauchte sie im Besitz des Zürcher Naturforschers und Historikers Dr. med. Jacob Scheuchzer (1672–1733) auf, dessen Neffe sie der Burgerbibliothek schenkte. Heute ist sie als Depositum der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich im Schweizerischen Landesmuseum zu sehen. Die Wappen stammen hauptsächlich aus der Bodenseegegend, aus dem Elsass und aus Baden. Von den einst vier aneinander genähten Pergamentstreifen von zwölf Zentimetern Höhe haben sich deren drei mit 559 Wappen und 28 Bannern erhalten. Die etwa 110 Originalwappen des verlorenen Streifens sind in Kopien überliefert.





